Vor jeder Operation steht eine Voruntersuchung. Viele Frauen erleben sie als Formalität, die man hinter sich bringt. Tatsächlich ist sie der Moment, in dem entschieden wird, ob und wie operiert wird, und manchmal, dass nicht operiert wird.
Was untersucht wird
- Blutbild: unter anderem roter Blutfarbstoff, weiße Blutkörperchen, Blutplättchen. Eine Blutarmut oder ein Infektzeichen kann den Eingriff verschieben.
- Gerinnungswerte: wie gut dein Blut gerinnt. Wichtig wegen Nachblutungen.
- EKG: Herzrhythmus und Hinweise auf Belastbarkeit.
- Körperliche Untersuchung durch den Operateur: Haut, Gewebe, Narben, Symmetrie, Beweglichkeit.
- Gespräch über Vorerkrankungen, Medikamente, frühere Narkosen, Allergien.
Das Anzeichnen
Bei Körpereingriffen markiert der Arzt vor der Operation im Stehen mit Stift die Schnittführung und die Zonen. Das ist keine Formalie: Im Liegen verschiebt sich das Gewebe, und ohne Markierung im Stehen stimmen die Proportionen später nicht. Wenn dein Arzt das nicht macht, frag nach.
Was passieren kann, und soll
Die Voruntersuchung kann dazu führen, dass der Eingriff anders geplant wird als besprochen. Oder verschoben. Oder abgelehnt. Das ist kein schlechtes Zeichen, sondern ein gutes: Es bedeutet, dass tatsächlich untersucht und nicht nur abgearbeitet wird.
Ein Arzt, der nach der Untersuchung nichts ändert und nichts einschränkt, egal was er sieht, ist kein guter Arzt. Er ist ein Dienstleister.
Was du mitbringst
- Vollständige Medikamentenliste, auch pflanzliche Mittel, Nahrungsergänzung und Verhütung
- Vorbefunde bei Vorerkrankungen
- Deine Fragenliste, schriftlich, weil du die Hälfte vergessen wirst
- Jemanden, der mitschreibt, falls möglich
Was du fragen solltest
- Welche Technik wählen Sie bei mir, und warum diese?
- Was ist bei meiner Ausgangslage realistisch erreichbar, und was nicht?
- Welche Risiken sind bei mir persönlich erhöht?
- Wo genau verläuft die Narbe?
- Wie lange soll ich bleiben, und wann geben Sie den Rückflug frei?
Häufige Fragen
Was passiert bei der Voruntersuchung?
Blutbild, Gerinnungswerte und EKG, eine körperliche Untersuchung durch den Operateur und ein ausführliches Gespräch über Vorerkrankungen, Medikamente und frühere Narkosen. Bei Körpereingriffen wird zusätzlich im Stehen angezeichnet.
Kann der Arzt den Eingriff ablehnen?
Ja, und das ist ein gutes Zeichen. Eine Ablehnung nach der Untersuchung bedeutet, dass tatsächlich untersucht wurde. Was dann mit deiner Buchung geschieht, sollte vorher schriftlich feststehen.
Warum wird im Stehen angezeichnet?
Weil sich das Gewebe im Liegen verschiebt. Ohne Markierung im Stehen stimmen Proportionen und Schnittführung später nicht. Wenn es nicht gemacht wird, frag nach.
Wie lange vorher findet sie statt?
Meist am Tag vor der Operation, manchmal am selben Tag. Blutbild und EKG macht die Klinik vor Ort. Ein Blutbild vorab als Check-up bei deiner Hausärztin empfehle ich trotzdem, dann gibt es vor Ort keine Überraschung.
Was, wenn ein Wert nicht stimmt?
Dann wird verschoben oder weiter abgeklärt. Das ist ärgerlich und richtig. Ein Arzt, der über auffällige Werte hinweggeht, ist der falsche.
Lass uns darüber sprechen
Zwanzig Minuten, unverbindlich. Am Ende sage ich dir ehrlich, was ich denke, auch wenn das „noch nicht“ heißt.
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Dieser Text ersetzt keine ärztliche Aufklärung. Ivy Beside ist keine medizinische Einrichtung; verbindliche Aussagen trifft ausschließlich der behandelnde Facharzt nach persönlicher Untersuchung. Zeitangaben sind typische Verläufe, kein Versprechen.