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Woche 3
Es gibt hunderte Seiten über die Operation und tausende Bilder vom Ergebnis. Über die dritte Woche gibt es fast nichts. Dabei ist sie die, in der fast alle einmal denken, es sei ein Fehler gewesen.
Diese Seite ist ein Tagebuch aus genau dieser Woche. Zuerst meines. Später, mit Einwilligung, das von Frauen, die ich begleitet habe, anonym, in ihren Worten, ohne Bilder. Kein Vorher-Nachher. Nur das Dazwischen.
Warum Woche drei
In Woche eins ist alles Schmerz und Schonung, das ist erwartet. In Woche zwei hofft man. In Woche drei ist die Schwellung oft schlimmer als am Anfang, das Ergebnis nirgends zu sehen, die Geduld aufgebraucht, und niemand hat einen davor gewarnt. Ich rufe in Woche zwei an, damit du weißt, dass sie kommt.
Tag 15
Ich habe mich morgens im Spiegel angeschaut und geglaubt, es sei schiefgegangen. Die Schwellung war härter als in Woche eins. Ich habe der Klinik ein Foto geschickt und die Antwort war: normal. Ich habe es nicht geglaubt.
Tag 17
Der Tag, an dem ich zum ersten Mal gedacht habe: Warum habe ich das gemacht. Nicht wegen der Schmerzen. Weil ich nicht wusste, wie es weitergeht, und niemand da war, der es mir aus eigener Erfahrung sagen konnte.
Tag 19
Ich habe angefangen, Fotos im gleichen Licht zu machen, immer morgens, immer am selben Fenster. Erst im Vergleich zu Tag sieben habe ich gesehen, dass sich etwas tut. Das ist der Grund, warum die App heute genau das kann.
Tag 21
Ende der Woche. Nicht besser, aber anders. Ich habe verstanden, dass die Schwellung nicht das Ergebnis ist. Ich hätte das drei Wochen vorher gern von jemandem gehört.
Aus den Begleitungen
Hier erscheinen mit Einwilligung die Einträge anderer Frauen, frühestens sechs Monate nach ihrer Operation, in ihren Worten, anonym. Auch die, in denen es nicht besser wurde.
Noch keine Einträge. Sie kommen mit den ersten Begleitungen, und nur, wenn die Frauen es wollen.
Wenn du gerade in Woche drei bist
- Die Schwellung ist nicht das Ergebnis. Beurteile nichts vor Monat drei.
- Mach ein Foto im gleichen Licht wie an Tag sieben und vergleich. Nicht mit dem Spiegel, mit dem Foto.
- Wenn etwas heiß, rot oder plötzlich anders ist: Klinik anrufen, nicht abwarten. Das ist kein Stimmungstief, das ist ein Warnzeichen.
- Wenn nichts davon zutrifft und du trotzdem weinst: Das ist die Woche. Ruf jemanden an.
Lass uns in Ruhe darüber sprechen
Fünf Fragen, eine ehrliche Einschätzung, dann zwanzig Minuten. Unverbindlich, auch wenn du am Ende „noch nicht“ sagst.
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