Es gibt genau einen Faktor, den du selbst beeinflussen kannst und der messbar über deine Heilung entscheidet: Nikotin. Kein Chirurg der Welt kann ausgleichen, was Rauchen in den Wochen um eine Operation anrichtet.
Was Nikotin tut
Es verengt die kleinen Blutgefäße. Genau die, über die frisch operiertes Gewebe versorgt wird. Dazu kommt Kohlenmonoxid, das die Sauerstoffaufnahme des Blutes verschlechtert. Das Ergebnis ist eine Wunde, die mit weniger Sauerstoff heilen muss als nötig.
Die Folgen, konkret
- Deutlich höheres Risiko für Wundheilungsstörungen
- Höheres Risiko für Gewebsuntergang, besonders nach Straffungen an Bauch, Brust und im Gesicht
- Höheres Infektionsrisiko
- Breitere, auffälligere Narben
- Häufigere Komplikationen bei der Narkose
Warum gerade Straffungen betroffen sind
Bei einer Bauchdeckenstraffung, einer Bruststraffung oder einem Facelift wird Gewebe vom Untergrund gelöst und neu vernäht. Seine Durchblutung hängt in dieser Phase an wenigen verbliebenen Gefäßen. Wer raucht, verengt genau diese. Deshalb lehnen viele Chirurgen rauchende Patientinnen für diese Eingriffe ab, nicht aus Prinzip, sondern aus Erfahrung.
Wie lange vorher, wie lange danach
Üblich sind vier bis sechs Wochen vor dem Eingriff, manche Ärzte verlangen mehr. Danach mindestens ebenso lange, bei größeren Straffungen länger. Der verbindliche Zeitraum kommt vom Arzt.
Wichtig: Auch Dampfen zählt. Auch Nikotinpflaster und Kaugummi enthalten Nikotin, ob sie erlaubt sind, entscheidet der Arzt. Und Passivrauchen ist nicht harmlos.
Die unbequeme Wahrheit
Manche Frauen sagen im Aufklärungsgespräch, sie hätten aufgehört, und rauchen weiter. Das ist verständlich und trotzdem gefährlich. Es gibt Tests, mit denen sich Nikotin nachweisen lässt, und manche Kliniken setzen sie ein. Wichtiger als das Erwischtwerden ist aber: Der Arzt trifft seine Entscheidungen auf Grundlage dessen, was du sagst. Wer lügt, bringt nicht den Arzt in Gefahr.
Häufige Fragen
Wie lange vor einer OP nicht rauchen?
In der Regel vier bis sechs Wochen, manche Ärzte verlangen mehr. Der verbindliche Zeitraum kommt vom behandelnden Arzt und hängt vom Eingriff ab. Bei Straffungen ist er meist länger.
Zählt Dampfen auch?
Ja. E-Zigaretten enthalten Nikotin, und Nikotin ist der Wirkstoff, der die Gefäße verengt. Für die Wundheilung macht es keinen Unterschied, wie es in den Körper gelangt.
Darf ich Nikotinpflaster benutzen?
Das entscheidet der Arzt. Pflaster und Kaugummi enthalten ebenfalls Nikotin und wirken auf die Durchblutung. Frag ausdrücklich nach, statt es vorauszusetzen.
Was passiert, wenn ich trotzdem rauche?
Das Risiko für Wundheilungsstörungen, Infektionen, Gewebsuntergang und auffällige Narben steigt deutlich. Bei Straffungen kann das bedeuten, dass ein Teil des Gewebes abstirbt und operativ entfernt werden muss.
Muss ich es dem Arzt sagen?
Unbedingt. Er trifft seine Entscheidungen auf Grundlage deiner Angaben. Wer hier nicht ehrlich ist, gefährdet nicht den Arzt, sondern sich selbst.
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Dieser Text ersetzt keine ärztliche Aufklärung. Ivy Beside ist keine medizinische Einrichtung; verbindliche Aussagen trifft ausschließlich der behandelnde Facharzt nach persönlicher Untersuchung. Zeitangaben sind typische Verläufe, kein Versprechen.